Über das Projekt "ARRIETA TOXIC"

Veröffentlicht am von Arrieta Toxic

Über das Projekt "ARRIETA TOXIC"

ist ein Musik-Projekt des Düsseldorfer Pop-Art-Künstlers Tom Schrage (http://www.schragekunst.de).

Nach über siebzehnjähriger, intensiver Beschäftigung mit der bildenden Kunst war für mich der Punkt erreicht, einen gesunden Abstand zu diesem, mir so vertrauten, Tätigkeitsumfeld zu bekommen. Dies war die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass all die exzessiven und Kräftezehrenden Jahre meiner Passion mehr und mehr ihren Tribut zu fordern schienen. Entgegen der Gefahr, meine Leidenschaft zur bildenden Kunst gänzlich zu verlieren, entschloss ich mich für eine Auszeit auf Probe.

Allerdings kristallisierte sich auch ziemlich schnell heraus, dass ein Leben ohne kreativen Output für mich nicht vorstellbar war. Somit widmete ich meinem Interesse an Klangstrukturen, akustischen Effekten und deren elektronischer Weiterbearbeitung fortan bevorzugte Aufmerksamkeit. Die spannende Frage die mich dabei von Anfang an interessierte war, ob eventuelle Ergebnisse in der Musik, parallelen zu den Ergebnissen in der bildenden Kunst aufweisen würden. Und das nicht nur im Endprodukt, sondern auch in der Arbeitsweise. Durch diese analytische Betrachtungsweise hätte im erweiterten Sinne die Erarbeitung meiner neuen Klangwelten bereits schon wieder als ein Art Kunstprojekt angesehen werden können.

Nach einer anfänglich langen Zeit der Equipment Akquise und Einarbeitung stellte sich bei den ersten Songansätzen schnell heraus, dass man diese Fragestellung mit einem klaren JA beantworten konnte. Sowohl in der Kunst, als aber auch in der Musik ist das Konzept der Collage die bevorzugte, kreative Herangehensweise.

Die Inspiration zum Projektnamen „Arrieta Toxic“ geht auf eine Studienreise aus dem Jahr 2009 auf den Kanarischen Inseln zurück. Mit einer alten Polaroid Kamera bewaffnet suchte ich Motive als Ausgangsmaterial für großformatige Siebdrucke. In einem kleinen Fischerdörfchen namens Arrieta prangte ein markantes Graffiti auf einer Mülltonne. Obwohl die Insel offensichtlich eine graffitifreie Zone war, machte sich hier wohl der einzig frustrierte Jugendliche der Insel Luft. Ein einsamer Aufschrei nach Gehör in einer sonst so ruhigen, idyllischen, ja fast perfekt scheinenden Welt.

Was 2010 als eine Art "kreativer Ersatz" begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Begeisterung, die sogar der Kunst streckenweise den Rang abgelaufen hatte. Mittlerweile nehmen bildende Kunst und die Musik den gleichen Stellenwert in meinem kreativen Output ein. Die heutige Möglichkeit sich gleichwertig mit zwei kreativen Tätigkeitsgebieten beschäftigen zu können stellt eine große Bereicherung für mein gesamtes, kreatives Œuvre dar.

Über das Projekt "ARRIETA TOXIC"